Kritik

Fremde

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Belle Burden

Dumm gelaufen, Goldhasi

Dumm gelaufen, Goldhasi

Ich lese Bücher vom ersten bis zum letzten Buchstaben. Nicht quer, nicht auszugsweise, immer durch. Selbst wenn ich sie abbreche, habe ich bis dahin jeden Satz angeguckt. Hier habe ich angefangen, genervt vorzublättern. Warum ist für mich Belle Burdens Bericht so eine Katstrophe?

Darum geht’s: Eine stinkreiche New Yorkerin schreibt autobiografisch über die Trennung von ihrem Mann. Sie kommt aus einer bekannten Familie, er macht viel Geld, es gibt nette Kinder, ein Ferienhaus auf Martha’s Vineyard. Und dann sagt der Kerl nach zwanzig Jahren, es ist aus und eine andere habe ich übrigens auch und das mit dem Geld, da müssen wir mal schauen, gibt ja diesen Ehevertrag.

Offensichtlich sind das die Ingredienzien des Horrors. Belle schreibt sich, zwischen Hybris und Selbstmitleid taumelnd, im flauen Mimimi-lookatmi-Sound durch die nächsten 300 Seiten. Das bringt einen fix an die Empathie-Grenzen.
Nein, es ist nicht schön, wenn man verlassen wird. Und dass sich der/die Andere in dieser Situation als völlig anderer Mensch darstellt, das ist wohl eher der Normal- als der Ausnahmefall. Wozu brauchen wir also ein Buch darüber? Weil die Geschichte so spannend ist? Tränen im Tennisclub sind einer der Höhepunkte des Plots. Weil es so gut geschrieben ist? Nein, daran kann es definitiv nicht liegen; obwohl Burden als Qualifikation zwei Kurse in autobiografischem Schreiben anführen kann und es auch tatsächlich tut. Weil man sich darin wiedererkennt? Das könnte es sein. Wenn man kurz ein paar Millionen zum eigenen Kontostand addiert. Dass Belle Burden bekannt ist? Ah! Zumindest in den USA. Der Rest ist Marketing, viel Lärm um nicht viel, stellenweise Quatsch mit Trüffelsauce.

Zusammengefasst: Du meine Güte, was für ein verzichtbares Buch.

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