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German Glück

German Glück

Simon Urban

Vorwiegend lustig

Vorwiegend lustig

Nach "Zwischen Welten", das er gemeinsam mit Juli Zeh geschrieben hat, legt Simon Urban mit "German Glück" wieder einen Roman allein vor. Er erzählt auf lustige Weise von traurigen Menschen. Den Titel erklärt ein ukrainischer Flüchtling, der im Hotel etwas Grundsätzliches erkennt: Das Glück der Deutschen ist ihr Unglück.

Das Personal reicht von der shitgestormten Comedienne über einen Manager, der die Identität wechselt, Zwillingsbrüder mit diversen Problemen, einen alten Mann, der nicht weiß, wie er mit seiner klimabewegten Gattin umgehen soll, bis zu denjenigen, die das Luxus-Hotel „Eden“ in Mecklenburg-Vorpommern am Laufen halten sollen. Denn Regina und Caroline plagen sich nicht nur mit Personalmangel, sondern auch mit den Zahlen, die dem amerikanischen Mutterkonzern nicht gefallen.

Das beginnt sehr unterhaltsam. Der Verlag verspricht ein deutsches „White Lotus“, und anfangs kann man dem auch folgen. Mit der Zeit überdehnt sich die Geschichte, und am Ende fragt man sich, ob man diesen Haribo-Color-Rado-Mix wirklich zu Ende lesen musste. Es wird dann ein bisschen arg konstruiert, und einmal mehr hat man das Gefühl, aus manchen Geschichten sollten man lieber gleich Taschenbücher machen, da stimmt dann das Preis-Leistungs-Verhältnis. Alles ist ein bisschen drüber, es wird mal wieder wahnsinnig viel getrunken, wahrscheinlich waren Satire und Gesellschaftskritik das Ziel, tatsächlich nervt es irgendwann.
Man fühlt sich an die aktuellen lustigen Podcasts und satirisch-komischen Fernsehshows erinnert, wo Gagschreibende am Werk sind, bei denen man ahnt, sie würden auch lieber etwas kreieren, das nicht zwei Sekunden nach dem Aufleuchten in der Versenkung des Vergessens kippt. Das ist alles ganz gut gemacht, aber irgendwie auch schon alles mal gelesen, gehört, gesehen. „Wie alles begann und wer dabei umkam“ von Urban habe ich geliebt, „German Glück“ ist davon weit entfernt.

Alles in allem: kann man lesen, kann man sich auch getrost sparen.

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